Tränen lügen nicht – ein Herz für die Zwiebel

Leute, jetzt bin ich sauer. Nein, es geht nicht um die Zitrone, sondern um die Zwiebel und was unsere Pillendreher aus Leverkusen aus dieser machen. In der Süddeutschen Zeitung war dieser Tage zu lesen, dass Bayer wohl die „Nichttränende Zwiebel“ entwickelt hat und dass diese in den USA getestet wird. Und bevor jetzt jemand kommt: Ja, ich weine auch des Öfteren beim Zwiebelschneiden, aber was zu weit geht, geht zu weit finde ich.

Die Entwicklung der neuen Zwiebel ist wohl ein Ergebnis 30jähriger Zucht. Immer wieder wurden die Zwiebeln genommen die am wenigsten die Augen reizen und wurden miteinander verpaart, verbrüdert, verschwestert oder wie man das in Pflanzenkreisen so nennt. Am Ende stand eine Zwiebel die einem beim schneiden fast nicht mehr weinen lässt, dafür werden diese Zwiebeln durch Lagerung immer milder und süßer, im Gegensatz zu den uns bekannten Zwiebeln die immer schärfer und aromatischer werden.

Warum weinen wir eigentlich beim Zwiebelschneiden?

Solange wir die Zwiebel ruhig liegen lassen, weinen wir nicht. Der Grund ist recht einfach. Beim Schneiden der Zwiebel entweichen aus deren Zellen Stoffe die ein Gas bilden, welches die Augen reizt. Zum einen ist dies eine schwefelhaltige Aminosäure – das sogenannte Iso-Alliin und ein Enzym namens Allinase. Dieses Gas steigt auf und in den Augen wird gleich der Tränenfluss angeregt, damit die störenden Stoffe gleich wieder aus dem Sehorgan herausgeschwemmt werden.

Es gibt einfache Tricks die hier Abhilfe schaffen können:
  • Die Zwiebel etwa 15 Minuten vor dem Schneiden in den Gefrierschrank legen. Dies soll das ausströmen der reizenden Stoffe deutlich senken.
  • Zitronensaft auf die Messerklinge geben
  • Zwiebeln in der Nähe von Lüftung oder Ventilator schneiden, weil die gemeinen Stoffe dann woanders hin geweht oder verwirbelt werden.
  • Die Zwiebel einweichen. Flüssigkeit bindet die Stoffe. Aus selben Grund wird gerne auch die Empfehlung gegeben einen Schluck Wasser im Mund zu behalten. Sieht zwar doof aus, man kann nicht beim Zwiebelschneiden sprechen, aber angeblich soll es die Tränenlage deutlich verbessern.
  • Die Zwiebel in der Nähe einer Flamme, z. B. einer Kerzenflamme, schneiden. Der Schwefel in der Flamme soll die störenden Inhaltstoffe verschwinden lassen.
  • Ein wirklich scharfes Messer benutzen, soll helfen, dass weniger Zellen beim schneiden zerstört werden und somit auch weniger Stoffe die Augen zum Tränen reizen.

Egal für welchen Trick ihr Euch entscheidet, die Zwiebel zählt zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschheit. Schon vor über 5.000 Jahren sollen die Chinesen diese Pflanze gekannt haben und alte babylonische Tontafeln offenbaren das sie schon im Altertum eine sehr beliebte Gewürz- und Gemüsepflanze gewesen sein muss.

Ihr Ruf kommt nicht von ungefähr, denn die Inhaltsstoffe machen die Zwiebel zu einem kleinen Gesundbrunnen.

Die Zwiebel beinhalten sogenannte Fruktane. Diese schützen die Zwiebel davor das diese zu schnell austrocknet. Studien der Universität von Toyama in Japan haben gezeigt, das diese Fruktane gegen Influenza-Typ A-Viren wirksam sind. Was erklärt das diverse Zwiebelspezialitäten gerne bei Grippe und anderen Erkältungskrankheiten zu sich genommen werden.

Zwiebeln verdünnen das Blut und können somit Thrombosen vorbeugen, was für heile Blutgefäße sorgt und wiederum Herz-Kreislaufproblemen vorbeugt. Somit ist es nicht verwunderlich, dass in diversen Studien Zwiebeln dafür verantwortlich gemacht werden, das Herzinfaktrisiko zu senken.

Das in den Zwiebeln enthaltene Quercetin, soll sogar den Blutdruck senken und entzündungshemmend wirken.

Schwefelverbindungen in der Zwiebel reduzieren den Cholesterinspiegel.

Und wichtig für Diabetiker: Flavonoide der Zwiebel helfen Blutzucker und Blutfette zu reduzieren. Dies mindert die Insulinresistenz der Zellen.

In der Volksheilkunde hälfen Dämpfe, Säfte oder Sirup der Zwiebel gegen Husten, Hals- und Ohrenschmerzen, Blasen- und Harnwegsinfekte, Grippe und Erkältung, rheumatische Beschwerden, Insektenstiche, bei Wunden, sowie bei Verdauungsbeschwerden.

Man könnte nun also sagen, sie ist ein kleiner Alleskönner in der Küche.

Warum, ich dann Sauer bin?

Wenn bestimmte Firmen, an einer Entwicklung beteiligt sind, werde ich hellhörig insbesondere seit Bayer den Samen-, Gift- und Düngeriesen Monsanto übernommen hat. So wirtschaftliche Riesen haben nicht nur oft schwarze Flecken in ihrer Vergangenheit – ich denke hier an Agent Orange, oder das umstrittene Glyphosat -, sondern ist man als Saatmittelhersteller mit dafür verantwortlich, dass die Bandbreite der Obst-, Getreide- und Gemüsesorten immer schmäler wird. Alte, teilweise schmackhaftere und gesündere Sorten verschwinden immer mehr aus der Landschaft.

Ein weiterer Punkt ist, das zu den Kunden dieses Firmenkonglomerat eine Liste an Firmen wie

Unilever, Nestlé, Mondeléz, Procter & Gamble, Coca Cola, Mars, sowie Anbieter wie Pepsi, Müllermilch, Kellogs, Schwebbes, Nordsee, Loose, Prinzgles, Heinz und Weihenstephan

zählen, hat man allein durch die damit vertretenen Maggi und Knorr – die Spitzenklasse des uniformierten Geschmacks dabei.

Der wichtigste Punkt ist die Beeinflussung der Wissenschaft, wo immer wieder von gekauften Studien die Rede ist, welche den negativen Punkten der Produkte dieses riesen Unternehmens entgegenstehen.

Natürlich kann es sein, dass tatsächlich 30 Jahre an der Zwiebel rumgezüchtet wurde. Nur schließt das irgendwelche weiterreichenden unbemerkten Veränderungen aus? Zum anderen was will ich mit einer Zwiebel deren Geschmack quasi mit umgezüchtet wurde? Gibt es da evtl. sogar Veränderungen bei den Inhaltsstoffen oder gar der positiven Wirkung der Zwiebel?

Ich bin skeptisch, und mal ganz ehrlich. Ich brauche die tränenfreie Zwiebel nicht. So schnell, wie ich die Zwiebel schneide, da gibt es keine Tränen.

Credits:

Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 19.02.2018 – „Weine nicht wenn die Schale fällt
Beitragsbild: „Cut onion and spices“ designed by Freepik

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