Darf es noch eine Pille mehr sein?

Zwischen wollen, sollen und dürfen liegt ein kleiner aber feiner Unterschied. Du sollst Sport machen, heißt eben, dass man es machen soll. Gut, ist wenn man es dann noch machen will. Blöd ist in dem Fall nur, wenn man es nicht machen darf.

In der ersten Woche des Jahres ging ich in die Praxis eines Physiotherapeuten, von dem ich wusste das dieser einen Raum hat, wo die entsprechenden Geräte stehen um Rücken, Hüfte und die üblichen Problemzonen zu trainieren und in Griff zu bekommen. Mein Elan wurde jäh, gebremst, als mir der Therapeut – selbst ein erfahrener Läufer – einfach nur sagte: „Gute Idee, aber kurier erstmal deinen Infekt aus.“ Tja, da war wieder das wollen, sollen und dürfen.

Seit geraumer Zeit stören Hustenanfälle die Idylle. Auch mit Dauerhusten kann die Zeit wie im Flug vergehen, auch wenn gefühlte Stunden des Hustens oft nur in Realität 10, 15 Minuten sind. Spaßig ist sowas nicht. Besonders nervig ist, wenn man während des Hustens eigentlich was zu sagen hat und gar nicht dazu kommt.

Was macht man, wenn das ganze zu sehr nervt? Genau, man geht zum Arzt…

Nun, sind auch Weißkittel nicht Dumm… das Wissen das man Blutdruck hat, dass man Übergewicht hat, ab und zu Rücken, Asthma und… ach da war ja das Problem. Infekt und Asthma, das verträgt sich nicht also mit Spatzen auf Kanonen schießen. Sorry, umgekehrt natürlich: Mit Kanonen auf Spatzen. Andersrum macht das auch wenig Sinn.

Mit ging das ganze mittlerweile dreimal so… die Kanone ist Breitbandantibiotikum und soll dafür sorgen das böse Pilze und Bakterien aus dem Körper verschwinden. Das Ganze ist natürlich nicht ohne Nebenwirkungen. Ich sagte ja mit Kanonen auf Spatzen schieße, oder? So nebenbei wird die Darmflora mal eben empfindlich gestört und braucht Monate um wieder aufgebaut zu werden. Und bei Viren wirkt das Ganze eher nicht.

Und dann gibt es noch das Problem mit den Resistenzen. Mittlerweile ist es soweit, dass zu befürchten ist, das bestimmte Erreger wohl in Bälde gegen die letzten Reserveantibiotika resistent werden. In dem Fall ist das Mittel dann für den Erreger wie ein Smarti, für den Körper eine Belastung was das Leben für den Erreger noch einfacher macht. Oder um es anders zu sagen: Gehen wir weiter wie bisher mit diesen hochpotenten Medikamenten um und schmeißen diese immer öfter ein, werden wir den Wettlauf mit den Erregern wahrscheinlich irgendwann verlieren.

Ich war also beim Weißkittel und dieser legte mir zum vierten Mal ein Rezept für eine Kanone vor. Nun Inhalierte ich schon regelmäßig. Hatte insgesamt nicht nur einen Gang runtergeschaltet um dem Körper die Chance zu geben den Infekt zu bekämpfen, aber nochmal eine Schlacht mit Kollateralschaden in meinem Körper anzetteln. Bei den vorhergehenden Gefechten ging es ein paar Tage besser, nur um dann wieder auf das alte Niveau zurückzugehen.

Es war dann ein Spatz der mir die Worte Kapuzinerkresse und Meerrettich flüsterten. Die Senföle dieser Pflanzen wurden schon seit Urzeiten als quasi pflanzliches Mittel gegen Viren und Bakterien genutzt. Allerdings haben diese einen Vorteil… sie schädigen den Körper nicht so, wie die zuvor genannten Kanonen.

Ob der Spatz nicht einfach nur nicht erschossen werden wollte ist mir egal. Die Alternative fand ich auf jeden Fall interessanter als, nochmal das selbe Programm mit wahrscheinlich dem selben Erfolg durchzuziehen. Das Mittel meiner Wahl ist morgen abholbereit… und wenns nicht hilft… in Kürze habe ich ja noch einen Termin bei meinem Asthma-Doc, der ja mal sagte „Hausärzte können einen Schnupfen heilen… wenn Du Glück hast.“

Bild: Designed by Freepik

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