Böse, böse Wähler

Ich schreibe selten zur Politik, ganz einfach weil mir das Thema einfach zu blöd ist. Aber irgendwie komme ich nicht drumherum, und ich weiß, dass was ich zu sagen habe, wird vielen nicht schmecken.

Das Wahlergebnis der AfD gefällt mir auch nicht, ich hätte die % lieber bei der Partei „Die PARTEI“ gesehen. Aber, die Stimmen sind nun mal bei den blau-braunen angekommen, das ist Fakt. Stellt sich nur die Frage warum?

Wenn ich ehrlich bin, darf sich die AfD bei vielen für ihren Wahlerfolg bedanken… bei der CDU, bei der SPD, bei der FPD, den Grünen, den Linken, den vielen verständnisvollen Bürgern, den Rechtshassern, bisschen vielleicht bei der EU und ganz bestimmt bei den Medien.

Bevor ihr sagt: „Der iss doch verrückt, der hat nicht mehr alle Latten im Zaun…“ solltet Ihr vielleicht mal etwas nachdenken.

Gegründet wurde die AfD von Eurohassern. Potential dafür war und ist da. Wer Euro hasst ist gegen das Establishment. Und die etablierten Parteien machen es Teilen des Wahlvolkes, so leicht gegen sie zu sein.

Ein großer Teil der Bürger hat, eh den Glauben verloren, das „die daoben“ noch Politik für das Volk machen. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter aus einander, wenn die Industrie Böcke schießt, wie derzeit die Autoindustrie, werden aus Angst vor Arbeitsplatzverlusten die Samthandschuhe rausgeholt. Und bei zu vielen Punkten gewinnen die Herren mit den schwarzen Koffern, nicht aber die Bevölkerung, die Wähler oder die Umwelt. Wenn „die da“ nichts machen, dann müssen es andere machen… und da ist für viele leider die AfD, die beste Wahl.

Auch wenn das AfD-Wahlprogramm, eigentlich Politik verspricht, die gegen die meisten ist, die sie eigentlich wählen. Gut, manche Politiker der anderen Parteien kennen ihr eigenes Wahlprogramm auch nicht, oder vergessen dies mit Schließung der Wahllokale am Wahltag um 18 Uhr, aber das ist ein Punkt, wo viele halt glauben, dass sie dem Bewährten eben eins auswischen können.

Warum, sollte eigentlich ein Wähler der Politik trauen, die sich nicht an eigene Absprachen hält?

Was ich meine? Na, die Flüchtlingsproblematik. Es gibt das Dublin-Abkommen, wonach Flüchtlinge da ihren Asyl-Antrag stellen müssen, wo sie zuerst das Gebiet der EU betreten. Dies wurde in der Flüchtlingskrise vor zwei Jahren mal so nebenbei von der Regierung außer Kraft gesetzt. Nun, man konnte weder die Südländer mit dem Flüchtlingsansturm alleine lassen, noch wäre es gut für die Flüchtlinge gewesen, aber man hätte auf dem kurzen diplomatischen Dienstweg dafür sorgen können, dass das Abkommen doch eingehalten worden wäre, und dass aus humanitären Gründen man die Flüchtlinge hier unterbringt.

Aber, so wie man die Politik kennt, und Beispiele dafür hat man in der Folge genug geboten – ich sage nur bürokratische Hilfestellung für Griechenland bei der Bearbeitung von Asyl-Bewerbern, wo Wochen später vermeldet wurde, dass nur ein Bruchteil der zugesagten Stellen durch die EU besetzt wurde – trägt nicht gerade zum Vertrauen in die Politik bei.

Ich kann mich noch an einem Bericht in Bezug auf die Flüchtlinge erinnern. „Schau in ihre Augen….“, wo herausgestellt wurde, was für wunderbare Menschen es doch seien. Leider gibt es bei den Menschen, genauso schwarze Schafe, wie dem Wahlvolk, welches hier lebt. Silvester Köln, mehrere Anschläge, Randale unter den Flüchtlingen, Kleinkriminalität. Eigentlich nichts worüber man sich wundern kann. Wundern kann man sich nur, darüber was am Ende rauskommt…

Die Medien machten den Fehler erst Tage nach Köln, die Ereignisse der Silvesternacht richtig aufzugreifen. Es konnte einfach nicht sein, was nicht sein durfte. Die Ergebnisse kennen wir ja heute… Lügenpresse.

Laut den Sprechern der Polizei gibt es keine geschönten Berichte zu Flüchtlingen, so heißt es immer wieder. Dann kam eine Statistik, die die Zunahme der Kriminalität bestätigt. Teilweise wird auch von geschönten Berichten gesprochen, wo entweder die Tat bagatellisiert wird oder der Herkunftskreis der Täter verschleiert wird. Wasser auf die Gebetsmühlräder der AfD und deren Chance in den Bevölkerungsschichten Wähler zu fangen, wo sich mit den Ängsten spielen lässt, wo die Menschen um den Verlust der kulturellen Identität bangen.

Natürlich zieht dieses Thema auch die an, die bevorzugt am rechten politischen Rand unterwegs sind. Gestärkt wird dass durch das Ohnmachtsgefühl, das die Polizei uns nicht beschützen kann. Was aber auch wieder Folge der Politik ist, welche die Polizei über lange Zeit geldmäßig ausbluten lässt. Investitionsstau nicht nur bei den Gebäuden, sondern auch bei der Technik, Beamte die tausenden Überstunden vor sich herschieben.

An die Wähler der AfD kann man nicht herankommen indem man jetzt einfach deren Themen besetzt. Warum sollten Wähler, die den sogenannten etablierten Parteien nicht trauen oder diesen nichts zutrauen, glauben nur weil z. b. eine CSU jetzt auch am rechten Rand fischen will?

Auch die Rassismuskeule wird hier nichts helfen. Diese Keule wird mir eh schon zu oft rausgeholt. Spricht jemand unbequeme Dinge an, ist es das einfachste diesen als Nazi zu betiteln, dann brauche ich mit dessen Aussagen nicht mehr zu befassen. Und die, die man so bezeichnet zementiert man nur noch mehr in diesem Umfeld ein, da sie sich dort verstanden fühlen.

Die Politik muss sich ändern. Radikal. Pragmatisch. Ich sage jetzt nicht, das die Parteien ihre Themenfelder überdenken sollen. Aus der SPD soll nicht jetzt die Partei der oberen Millionen werden, aus der FPD nicht der Anwalt der Armen… Nein, was ich ausdrücken will, ist das die Politik das Vertrauen in sie wiederherstellen muss, die sie wählen sollen.

Wahlen mit an die 50 % Nichtwähler hätten die Politik schon aufschrecken lassen müssen, dass sie ein Großteil des Wahlvolks offensichtlich nicht mehr erreichen. Und wenn nun eine Partei, wie die AfD es schafft, Wähler zu mobilisieren, die vorher nichts mit den anderen Parteien zu tun haben wollten, Wähler sammelt die von den bekannten Parteien enttäuscht sind, dann ist es schon sehr bedenklich und sollte einem zum Nachdenken bewegen, bevor man wieder wild – so sehr man sich dazu berechtigt fühlt – die Rassismus- oder Nazikeule schwingt.

Letztlich bleibt es aber bei dem wie es ist… die AfD brauchte eigentlich keinen Wahlkampf zu machen. Sie brauchte nur da zu sein, der Rest wurde von den Anderen recht zuverlässig erledigt – und das obwohl die Partei sich augenscheinlich oft genug selbst zerfleischt. Schade eigentlich!

Allerdings sollte die Politik, nicht den Fehler machen, zu Hoffen, das es mit der AfD laufen wird, wie mit den Piraten. Solange diese Partei eine Wunde findet, wo sie a) drin rumbohren kann) und die b) die Wähler beschäftigt, wird diese ihre Stimmen bekommen. Tut Euch den Gefallen, sucht Eueren Chancen – ändert Euch, bessert Euch, dann sollte es auch damit klappen die blau-braunen Flecken im Zaum zu halten.

Damit genug der Politik, ab sofort geht es dann mit Sport, Gesundheit, Ernährung und Abnehmen weiter… versprochen. Ein Versprechen, was mir leicht fällt zu halten.

Bild: bundestagswahl-2017-demokratie-2680456 von Stux auf pixabay.com unter CC0-Lizenz

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Ein Gedanke zu „Böse, böse Wähler

  1. DWA Antworten

    Wer von „den Braunen“ schreibt, verharmlost damit die Taten der Nazis.
    Kein AfDler will Kzs bauen, Juden vergasen etc.

    Auch keinen neuen Krieg anzetteln, vor allem keinen gegen Russland. Ist auch schon mal was wert.

    Und wer das Schweizer Modell als Vorbild nimmt, kann auch nichts gegen Demokratie haben.

    MfG

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